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Mario und Steffi... sind fort ...com


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9. Bericht                                                         Fotos

14.05.2006

Hallo liebe Familie, Freunde und Bekannte

Lange ist es her…..aber wir sind gesund und munter und geniessen unsere Reise sehr. Wir sind etwas hinterher, aber einen ganz gemeinen Virus hat unser Laptop angegriffen und Roger von nichtswieweg.ch hat hart mit ihm gekämpft. Nun ist aber alles paletti und wir sind soweit, euch von unserer Reise zu erzählen!

Traurig doch voller Vorfreude haben wir Hede und Luis verlassen, nochmals vielen Dank den beiden für alles, es war super. Wir sind durch die schöne Wald Gegend gefahren und bald auf die Autobahn Nr. 5 gelangt, die uns zügig Richtung Norden fahren lässt. So hat sich auch bald die Landschaft verändert, flach ohne Bäume, dafür Beeren und Reben. Und auf der Coopec Tankstelle testen wir auch gleich unsere neue Schlafbank. Ruck zuck aufgebaut und super bequem, doch es war Samstag Nacht und die Tankstelle verwandelte sich in eine Rennecke und Jugendtreff…..also nicht wirklich aussagekräftig, ob wir nun gut schlafen im Auto!! Etwas gerädert setzen wir unseren Weg fort, umfahren auf der guten und modernen Autobahn Santiago de Chile und nähern uns schnell dem Pass Cristo Reedentor. (Wir haben es etwas eilig, denn gerne passieren wir die hohen Pässe Agua Negro und San Franzisko, beide über 4500 MüM, und es ist schon Herbst und der Schnee kann jederzeit kommen!)

Wir fahren durch ein enges Tal mit steilen Hängen und Hängebrücken über den Fluss,  alten Eisenbahnschienen und Tunnels, in engen Serpentinen schrauben wir uns Höhenmeter für Höhenmeter hoch. Auf 2800 MüM beim Hotel Portillo, dürfen wir auf dem Parkplatz schlafen. Wir sind früh, wollen aber am Anfang nicht höher hinauf und so laufen wir dem Sessellift entlang hoch, in diesem Skigebiet trainieren die Amis, Kanadier und die Österreicher…hängt eine Startnummer samt Unterschrift von Hermann Mayer an der Wand, sind die Nachbarn wohl deshalb so stark???

Wir schlafen sehr gut, es ist halt schön in den Bergen.

Durch den Tunnel fahren wir nach Argentinien und werden zum ersten Mal nach der Autoversicherung gefragt – kein Problem, wir sind aktuell! Der Tunnel hat den Pass vereinfacht und man kommt nicht mehr so hoch, doch wir stüpfen unseren Landy die Naturstrasse hoch bis auf 3800MüM zur Statue von 1904 und bestaunen die Aussicht im kalten Wind. Bald sind wir auch soweit und können den höchsten Berg von Amerika, den Aconcagua mit 6962 MüM bewundern. Lauter Sehenswerte Sachen auf dieser Strecke, so die Inkabrücke, mit allen Farben wegen dem heissen Schwefelwasser, der Aconcagua Friedhof – wo die Bergsteigerleichen leider nicht einmal ihren geliebten Berg sehen können. In Uspallata kaufen wir ein und entscheiden uns noch mal aufzusteigen und auf 3000 MüM beim Cruz de Pamillo zu übernachten. Kurvig geht es durch tolle Steinwüste hoch und hoch, plötzlich sehen wir ein Gendarmerie Wagen vor uns – natürlich sehen sie uns auch und die Guten halten mitten auf der Strasse am steilsten Ort an um uns zu kontrollieren…… unsere Papiere sind in Ordnung und wir nützen die Gelegenheit und fragen um Erlaubnis am Mirador zu übernachten, kein Problem meinen sie und winken uns super freundlich zu. Brrr es ist kalt und windet, was anderes? so bauen wir eine Mauer, um mit dem MSR Kocher zu kochen, denn wir haben kein Gas mehr…..eh man kann ja nicht immer an alles denken!!!! Die Ravioli werden auch nicht ganz weich, tja tja die Höhe. Und man glaubt es kaum, aber ich  schaffe am morgen den Sonnenaufgang und habe tolle Aussicht auf den Aconcagua, der von hier viel eindrücklicher ist. danach kurven wir runter zum Villavicencio Hotel, das leider geschlossen ist aber immer noch die Etikette des gleichnamigen Mineralwassers schmückt, und finden in el Challao, Mendoza den Camping Mangrullo, wo wir auf Elli und Markus treffen…

Mario hat bereits von daheim aus mit Markus telefoniert, weil sie auch ihren Hund mitnehmen wollten, doch beide haben wir uns schweren Herzens entschlossen unsere lieben Vierbeiner daheim zu lassen. Und nun hadern die Beiden wieder mit dem Schicksal, Markus hat enorme Rückenschmerzen und Elli betreut ihn, doch so kann die Reise nicht weitergehen. Wir leisten ihnen Gesellschaft und versuchen sie zu unterhalten, bis sie einen Weg finden. Egal welche Entscheidung sie auch treffen, wir haben beide gern.

„Nebenan“ auf dem Camping Suizo hinterlassen wir eine Nachricht bei lieben Bekannten, Anita und Roger mit Gaucho, die daraufhin kurz entschlossen zu uns wechselten. Das tönt jetzt etwas komisch, aber dank der Grippe die Anita erwischte, sind die beiden noch in Mendoza geblieben und wir hatten das Glück sie einzuholen. Wir verbringen geniale Abende alle zusammen mit grillen, Wein trinken und viel Lachen. Tagsüber erledigten wir so Sachen wie Gas auffüllen, jassen, Buchhaltung, Hülle für die Reservetanks basteln, eine neue Windschutzscheibe für unseren Landy (kostetet 125 Franken…..) Spontan konnten wir noch um 16:00h den Service am Landy machen, und der hübsche Garagist nahm die Aufgabe sehr ernst, es wurde ein Öl nach dem anderen abgelassen und wieder aufgefüllt  - es dauerte 4 Stunden und in der Kühlbox hatten wir das ganze Geburifleisch für den Abend….ein kurzes Telefon und die lieben auf dem Camping feuern und warten geduldig und hungrig auf uns….zum Feiern haben wir immer Zeit, doch das muss warten, denn unser Landy ist unser daheim und da ist die Pflege einfach wichtig.  Umso ausgiebiger feiern wir dann (nachträglich) Marios 30igsten Geburi, mit viel Fleisch, Wein und einer Schwarzwäldertorte mit Kirsch von Anita und Roger und sogar einer

Montecristo Nr. 4 als Geschenk.

Wir stehen trotz der kurzen Nacht sehr gerne früh auf, denn wir sind bei Claudia und Sergio zum Asado eingeladen. Wir haben von Müller Monika und Paco ihre Telnummer und haben sie angerufen. Wir werden mit offenen Armen empfangen und fühlten uns wie daheim, herzhaftes Essen, unkomplizierte Atmosphäre, eine mega liebe und herzliche Familie. Claudia organisiert einen Zahnarzt Termin für Mario, den wir ein paar Tage später bekommen. Erneut fahren wir zu Claudia und sie begleitet uns zu Laura, der Zahnärztin, sie macht die Kontrolle und findet zwei Löcher. Mario entschliesst sich, noch nichts zu unternehmen, er wartet auf Schmerzen…J erhält Tipps wie richtig Zähneputzen. Die Lieben erklären uns den Weg zur Colonia Suiza, wo wir uns auf dem Camping von Beto mit Anita und Roger treffen. Wir besuchen Werni Pfund in seinem hübschen Restaurant, plaudern, essen Claudias Kuchen und trinken Wein. Wir fühlen uns hier sehr wohl. Doch langsam drängt uns die Zeit, die Pässe sind doch immer noch in unseren Köpfen!  Anita und Roger werden uns begleiten, sicher viel sicherer mit zwei Autos so hoch hinaus zu wollen……

Zum Abschied grillt Beto für uns ein Hammer Asado….und mit dem Feuerwehrhorni von Gaucho sagen wir endgültig Tschüss.

Kurz trenne sich unsere Wege, denn wir werden das Valle de la luna besuchen, das haben Anita und Roger bereits gesehen. Im Jumbo von Mendoza, decken wir uns mit Lebensmitteln ein, sogar Essiggurken und Aromat – der hier allerdings Margrit heisst!

Und im Internet finden wir die freudige Nachricht von Julie, dass sie uns nun ernsthaft besuchen kommt -  J U P I

Wir fahren weit, aber alles Asphalt, rollt ring…besuchen die Todesstelle der Difunta Correa, eine spezielle Gedenkstelle. Es gibt eine Kirche für Sportler mit Pokalen, eine mit Hochzeitskleidern, Uniformen, sogar ein Rolls Royce – alles Spenden. Wirklich speziell. Weiter auf top Strasse zum Valle de la luna, dürfen dort auf dem Parkplatz übernachten. Leider nützt alles Warten nichts, die Unwetter haben den Weg zerstört und es ist nur die Hälfte zu besichtigen, jenu, besser als nichts. Traumhafte Steinformationen, wechselnde Farben und kleine Kugeln, die den Boden wie Mondlandschaft aussehen lassen. Im Ärchologie Museum lernen wir viel über Ausgrabungen und Wiederherstellung der Funde.

Nächster Besuch, der Nationalpark Talampaya. Wir verbringen mit dem Guardaparque Ivan einen lustigen Abend, Mario und er hören Heavy Metal, trinken Whisky und unterhalten sich super…….

Am Morgen fahren wir mit dem Papamobil in die Schlucht und bestaunen die 150 Meter hohen Wände, rufen im Chor Hola und hören das Echo laut und deutlich dreimal. Beeindruckend. Einen kleinen Beigeschmack hat das ganze, man muss den Parkeintritt bezahlen und dann noch eine Tour buchen, aber dennoch lohnenswert.

Gemeinsam mit Ivan essen wir noch Empanadas und fahren los gegen die Anden. In der Ferne sehen wir den Schneeberg Fatima mit 6289 MüM der stolz die karge Landschaft überthront. Provinzwechsel, von La Rioja nach San Juan gibt es ein  

Fitosanitario, Lebensmittelkontrolle, speziell auf Früchte – so essen wir unsere letzte Pomelo Rosada und geben die Schalen und allen Abfall gleich ab. Ich fahre mal wieder und es geht noch!!! Eigentlich wollen wir in Jachal einkaufen, fanden aber keinen offenen Laden und so sind wir weiter bis las Flores und kaufen in einem kleinen Lädeli Vorrat für die Pässe ein. Es wird langsam schnell dunkel…. und der Camping Bellavista nirgends in Sicht! Wir fragen uns durch und fahren und fahren, bis nach einer harmlosen Flussüberquerung endlich das Schild sichtbar ist. Hier treffen wir erneut mit Anita und Roger zusammen und bleiben noch ne extra Nacht als Erholung für die kommenden Strapazen?!!! Am Abend assen wir Wurstsalat, aus feinen Würsten Tipo Alemania… tranken Whisky und lieferten uns spannende Töggeli-Kämpfe, wir gaben alles!! 

Und heute geht es los. Volltanken und die netten Polizisten nach Wetter und Strassenbedingungen fragen – alles top, das Wetter hält die nächsten Tage, gut so.

Zum ersten Mal wurde unser Auto mit einem Hund durchsucht, draussen und drinnen, doch der liebe Hund hatte nur Interesse an unseren zig Mal markierten Reifen. Die Argentinier wollen uns den Chilenen vormelden, so können wir uns langsam hocharbeiten und unterwegs übernachten. So steigen wir langsam und machen bei 2600 MüM eine Materunde, gemütlich aber frisch. auf 2900 MüM finden wir eine Oase, die Bäume strahlen in Herbstgelb - gemacht für die Nacht.

Mario ruft mir, aufstehen, Zöllner sind auf dem Weg zu uns…..oh nein im Bett ist es soo schön warm…. Die beiden sind sehr nett und nur besorgt, sie haben uns gestern erwartet und uns nun gefunden, tja soviel zur Vormeldung ihrer Kollegen! Wir versuchen es noch mal, und sie sagen wieder, dass sie uns vormelden werden….wir werden sehen…. Aber erst kommt die Passhöhe! Wir stoppen wieder um Mate zu trinken, viel trinken und langsam aufsteigen.

Wir können nur sagen phantastisch, die Landschaft, die Farben, die tollen Schneespitzen, die Weite, der blaue Himmel…. Und wir knipsen und knipsen und knipsen und kni….. , ohh jee, welche Fotos wählen wir wohl aus, um euch allen die Schönheit zeigen zu können?

Und wir haben es alle geschafft, wir sind auf 4753 Metern über Meer, gratuliere!

Die Luftsprünge zeichnen wir, denn es ist ein klein wenig anstrengend!! Und, hmmkmmm, der Landy, also er hat ganz schwarz geraucht..!!

Wir fahren runter und man glaubt es kaum, genau so schön – traumhaft. Wir verbringen eine weitere Nacht im Niemandsland, bei Mondschein und der angenehmen Wärme unserer Standheizung…

Wir passieren den Zoll ohne Schwierigkeiten, obwohl die Argentinier uns wieder nicht vorgemolden hatten, und plaudern lange mit der ganzen Equipe dort. Das „bis bald mit Pisco Sour“ auf unserer schmutzigen Scheibe lieferte Gesprächstoff.

In Vicuña suchten wir das Büro der Sternwarte Mamalluca auf und buchten gleich für den gleichen Abend die Tour. Momol, itze wi mers grad wüsse, volls Programm!!

Genial, mit verschiedene Objektiven (oder so) bestaunten wir den Mond und der Höhepunkt war der Saturn….kitschig, wie aufgeklebt, aber super sichtbar mit seinem Reifen. Draussen gab es noch diverse Sternbilder, speziell natürlich das Cruz del Sur und der Orion. Sehr interessant. Leider durften wir nicht auf dem Parkplatz schlafen und suchten nachts den Totorita Camping auf. Es hatte ein Schwimmbecken und wir blieben gleich etwas länger…und es war wieder heiss. Unsere Körper müssen viel mitmachen!

Wir besuchen die Piscologia mit Degustation und stehen Model vor dem Plakat, wo deutlich erklärt wird, dass Pisco Medizin ist…..

La Serena, wir sitzen mal wieder im Internet und kaufen leckere Sachen ein und draussen ist schon dunkel! und wir haben keinen Schlafplatz, und eigentlich fahren wir nachts gar nicht herum…..aber hier ist bereits um 19:00h dunkle Nacht und da kommt man zu nichts! So schlafen wir auf der Coopec Tankstelle, an der Ruta 5 und das, nur ca. 5 Meter davon entfernt, also nicht wirklich das kuschelige Plätzchen. 

Entlang dem Pazifik bei schlechtem Wetter, bewölkt und Nieselregen, fahren wir zügig nordwärts. Irgendwo nach las Toyos finden wir ein Nachtlager und die Männer bauen mit Steinen einen Turm, dass wir einigermassen gerade stehen, der Strand ist uneben. Wir grillen und Anita und ich feiern eine Strandparty mit Mundart Musik von Florian Ast und Stephan Eicher….ds läbe isch schön…..

Am Morgen gemütlich zmorgnen und den Sonnenschein geniessen, denn nun starten wir von fast 0 MüM zum Paso San Franzisko mit 4726 MüM…. In Copiapo tanken wir, Gaucho hatte sehr durst! Und suchen die internationale Strasse Richtung Pass, chli unfähig, endlich sind wir richtig und natürlich ist es schon wieder am eindunkel – wir kommen einfach nicht aus den Federn!! So stellen wir uns an den Strassenrand mit viel Staub und regem Minenverkehr…. Mario hat nicht den üblichen Weg zum Pass ausgesucht, so folgen wir der Strasse und verfahren uns. Ein Mineur versucht uns zu helfen, doch weiss er nicht viel mehr. Erneut versuchen, dieses mal haben wir die richtige Strecke, stimmt mit dem GPS überein, und landen in einer Sackgasse, die Strasse ist mit grossen, wirklich grossen Steinblöcken blockiert, kein Durchkommen nicht einmal für unsere Land Rovers!

Anita und Mario suchen und finden Steine in allen Farben und Roger holzt und ich feure. Es gibt Zuchettigratin, zubereitet in Sarah, schmeckt vorzüglich und wir fr…essen. Unsere lieben Reisegefährten haben ein durstiges Auto, und so fahren wir solidarisch mit zurück nach Copiapo und begleiten sie sogar in den Jumbo!! Hi hi hi, gute Ausrede nicht?

Nun sind wir endlich ! auf dem richtigen Weg. Im Nichts werden wir aufgehalten, ein Pick-up mit ungefähr 10 Passagieren..?.. hat eine Panne! Vor Ort konnten wir nichts tun und so fuhren wir mit einem 20 Kilometer zurück, um dort Hilfe zu holen. Auf dem Rückweg malte sich Mario aus, was so alles hätte passieren können, so wegen Überfall, Raub, denn wir zwei Autos haben uns getrennt und es waren so viele Personen…… es war eine hundsnormale Panne, die jeden treffen kann und im Nichts ist man auf Hilfe jeglicher Art angewiesen. 

Wir finden einen grünen Schlafplatz mit Quelle, und tanken unsere Wassertanks mit richtigem Wasser auf. So nebenbei bemerkt, die Büsche sind winzig! Ist nicht ganz privat die tägliche Toilette!

Heute sind wir früh dran!! Wir erreichen bei herrlichem Sonnenschein die Laguna Santa Rosa mit offenem Refugium auf 3760 MüM, hier bleiben wir! Es grasen Vicuñas, stelzen stolz Flamingos umher, es ist still und die ganze Umgebung atemberaubend schön. Es wird bitterkalt, das Refugio schützt uns vor dem Wind bleibt aber kalt! Mario und Roger feuern, grillen Würste (soviel zu leichter Nahrung in der Höhe!!) und wärmen Steine, die wir unter den Tisch legen und so etwas Wärme ergattern. Schnell ein Jass und ab in die warmen Federn. Es ist kalt, kälter ! aber wir schlafen gut, doch Roger und Anita kämpften mit der Höhe. ….das Thermometer zeigte minus 11 Grad an….und unser Digikämi ziert nun ein schwarzer Wurm auf dem Display, scheisse! Natürlich blieben wir im Zelt, bis die Sonne uns erwärmte und liessen dann das Abwaschwasser auftauen, genossen derweilen diesen wunderbaren Fleck Erde. Heute Zoll und Laguna Verde mit Thermen auf 4350 MüM… Wir gönnen uns ein wärmendes Bad am Abend – die Standheizung wärmt unseren Landy, bin hell begeistert wie sie funktioniert auf dieser Höhe, super – und huschen langsam fröstelnd in die Wärme, Schnaufen ist schwer, die Luft ist dünn und beissend kalt. Die Nacht war noch kälter MINUS 13 Grad…brrrrrr ! müssten wir daheim bei dieser Kälte im Zelt übernachten……hmmm, wir würden wohl motzen!

Die Nacht war lange, wir sind öfters aufgewacht und mein Elsa-Kissen war pickelhart und der Nacken steif, half auch, dass ich die Haare nicht nass wollte im Thermalbecken….aber das wird wieder. Mario hilft Roger einen Reifen zu wechseln, Gaucho hatte einen schleichenden Platten.

Erneut schaffen wir eine Passhöhe von 4726 MüM, den Paso San Franzisko! Jupi. Fotoshooting in Mütze, Handschuhen und Windjacke, Roger hat Energie, trotz einer nahezu schlaflosen Nacht, und turnt auf dem Passgestell herum -  anstrengend!

Über die Landschaft könnten wir lange, laaangeeee schwärmen, sie ist und bleibt absolut genial! (goldgelb, rot, grün, weiss, blau, braun…..)

Der argentinische Zöllner stänkerte etwas, fehlte seiner Meinung nach ein Formular, aber schlussendlich füllte er die Papiere für unsere Autos doch aus.

Ich wiederhole mich ganz kurz, die Landschaft ist fantastisch, unbeschreiblich vielfältig und einfach unvergesslich!

Wieder in der Zivilisation, Fiambala; Gomeria für Gaucho, Internet und Vorräte einkaufen. In den Thermen von Fiambala, etwas abgelegen und unverschämt billig

(3 Fr. für Baden, Strom, WC Anlage, Kiosk, Camping, Feuerstelle – alles! pro Tag), erholen wir uns von der Kälte und der dünnen Luft und den tausenden von Eindrücken…u Mario überchunnt äs rächts Stück Fliisch!!

Unser Landy wollte noch nicht weg von Fiambala….er stellte immer wieder unverhofft den Motor ab, Blackouts! Mario entfernt seine selbst eingebaute Wegfahrsperre, uii die war voller Staub und daraufhin schurrte unser Riesenbaby wieder wie ein Kätzchen!! Gut gemacht.

Nun sind wir wieder in der Pampa, Weite mit Büschen und trockenen Flussbetten. Beobachten die Einheimischen bei der Zwiebel Ernte und bestaunen das intensive Rot der Chilischoten, die auf dem Feld getrocknet werden. Die miserable Ruta 40 schüttelt uns kräftig durch, Sportbh ist angesagt!!! Und wir schliessen einen Kreis unserer Reise, die Quilmes Ruinen und Cafayate. Hier fühlen wir uns wohl, ein gemütliches Dorf mit vielen Möglichkeiten und vielen Reben. Und wir erleben den Aufschwung von Argentinien, der Camping kostet nun ein halbes Jahr später fast das Doppelte!! Via Cachi,  dort besuchten wir die berühmte Kirche, gefiel uns eigentlich nicht, aber das Kaktusholz sieht fantastisch aus, fahren wir wieder rumpel Piste und einen wunderschönen nebligen, grünen und feuchten Pass. Die Luft ist feucht und der Staub klebt auf der Zunge, anders, ganz anders als in der Höhe nach Salta. Salta empfängt uns grün und mit vielen Blumen, feuchter Luft und natürlich hat auch hier der Camping aufgeschlagen…..

Der Camping ist voll mit Trucks, Overlander, riesen Lastwagen, und heute Abend hat Budgetreisen (Migros lässt grüssen!!) Abschlussfeier – nützen wir aus und gehen in den Ausgang! Parrilla essen und in eine Peña abrocken!

Uwe, ebenfalls ein Land Rover Fahrer mit Kabinenaufbau, Frau, Kind und Hund unterwegs; plauderte mit Mario. Tagsdarauf sassen wir mit Uwe, Erika und Felix und Sam an der Leine, zusammen und tranken eine, zwei….Flaschen Wein, assen rettende Chips und Snacks ! und unterhalten uns super. Was sagen wir, Landyfahrer sind einfach ein gmögiges Völkchen!

dafür liessen wir Anita und Roger sitzen, nicht nett, denn Roger hat die ganze Zeit mit unserem Virus gekämpft, aber man muss die Feste feiern wie sie fallen, das verstehen auch die beiden.

Wir erledigen diverse Sachen in Salta, CDs kaufen, Öl- und Dieselfilter, Turnschuhe für Mario…hartes Stück Arbeit, er lebt auf grossem Fuss!! aber am meisten sind wir im Internet und geben all unsere Wünsche an Julie durch, und bitten sie uns etwas entgegen zu fliegen, nach Sucre. Ich freue mich extrem, es ist megagigagenial, sie kommt uns in Bolivien besuchen und wird von Mönä Müller begeleite.

So einen Besuch planen ist nicht ganz einfach, gedacht haben wir, sie in La Paz zu treffen, doch wir geniessen die Freiheit, dort zu bleiben, wo es uns gefällt, nichts müssen und nur dürfen, und die Distanzen sind enorm und es gibt sooo viele Plätze zum bleiben. So auch hier, darum ändern wir unsere Reisepläne und dürfen eher nach Bolivien fahren, um diesen lieben Besuch zu empfangen. In dem Sinne hiess es Abschied nehmen von Anita, Roger und Gaucho, unsere Wege trennen sich hier – aber wir treffen uns wieder, irgendwo, irgendwann, spätestens Silvester 2007!!!

Ade sagen und gehen? Nein, ein richtiges Asado muss es sein, da es ja zugleich der Abschied von Argentinien ist!! So kaufen die beiden Männer sagenhafte 4,2 Kilo qualitäts- Fleisch ein. Mit Apero und Weisswein starten wir das Asado, grillen Fleisch für Fleisch und zwischendurch jassen wir, trinken Rotwein und tun so, als ob es kein Tschüss säge wäre…. Um Mitternacht wird es kalt und wir ziehen uns in die Zelte zurück…und es gab natürlich auch Salate!

..... oh je, also Hallo sagen ist wesentlich einfacher!!

Wir verlassen Salta nordwärts, kaufen für kaum Geld Früchte ein und fahren in den Regen. Doch in der Quebrada de Huamahuaca erhellt die Sonne die wunderschöne Fahrt und auf dem Camping in Tilcara ruhen wir uns aus. In Huamahuaca besuchen wir die Freiheitsstatue und finden den Eingang in die Kirche nicht, sitzen lange auf der Steinmauer und beobachten das bunte Treiben. Genial, auf dem Platz hat es einen Musikstand, der Folklore abspielte. Das ist für mich Südamerika.

Die Gegend ist farbig und staubig, die Dörfer werden so richtig Altiplano mässig, kleine Lehmhäuser und Frauen in Trachten mit Hut. Ebenfalls wird die Armut sichtbar, Kinder stehen am Strassenrand und betteln – leider kann man nicht bei allen halten. Wir verteilen Tic Tac und eine Banane und bleiben danach hart. Auch stehen viele am Strassenrand, die eine Mitfahrgelegenheit suchen, doch da wir sie in unserer Wohnung transportieren müssten, lehnen wir immer ab. Alles nicht ganz einfach und neu.

 Wir fahren nach Iruya, berühmtes Bild mit der Kirche am Hang…..und das ganze Dorf ist am Hang!! Viel länger als gedacht brauchten wir, um in das wunderschöne Bergtal zu fahren, und finden nach langem Fragen eine kaum befahrene, dafür umso reger begangene, Gasse, steil oben und sehr eng. Hier dürfen wir parkieren, schlafen und in der Hospedaje das WC benützen. Clarissa erzählt, sie ist 31 Jahre jung, hat fünf Kinder, ist in Iruya geboren und noch nie weggekommen, die Leute leben von der Landwirtschaft, halten einige Kühe und Ziegen, alles für den Eigengebrauch! Ein wenig Geld können sie mit dem Tourismus verdienen, sonst geht es auf. ….sie sind aufgeschlossen, interessiert, hilfsbereit und zufrieden.

Frühmorgens verlassen wir Iruya, heute nähern wir uns der bolivianischen Grenze, sind aber noch nicht reif für rüber und haben noch Zeit. Aber auf keinen Fall wollen wir zu spät in Sucre sein, hei, Julie und Mönä kommenJ wir haben einen Termin!

Im Touristenhäuschen in La Quica erhalten wir den Jujuy Prospekt – mit allen Campings drin!!! Hat einen hier und einen anderen in Yavi. Bis nach Yavi sind es 16km asphaltiert und dort soll es eine tolle Kirche mit einem speziellen Altar haben, also nichts wie hin! Leider können wir mit dem Landy nicht auf den Camping fahren, dürfen uns aber neben der Kirche hinstellen. Als ich die alte Frau nach dem Preis frage, sagt sie unverschämt 10 Pesos, naja, für uns ist das wirklich wenig Geld, aber genau soviel bezahlten wir in Salta  - mit Strom, heissem Wasser und Stadtnähe…als wir ihr mitteilten, dass es zu teuer sei, halbierte sie den Preis und da liessen wir das Handeln. Gönnen wir ihr, obwohl es immer noch zuviel war.

Die Nacht war unwahrscheinlich ruhig, doch hatte es neben dem Zelt einen Bewegungsmelder, der an – aus – an – aus – an ….ging –  ohne Geräusche –  immer wieder, was kann das nur sein? Huuhuuuuuhuuuu…….

man kann sich selber schön Angst einjagen, die Gedanken sind die schlimmsten!!

Es waren streunende Hunde und sonst weit und breit überhaupt nichts! Aber kalt war es, wir hatten am Morgen richtigen Reifen innen im Zelt! Innen alles weiss, und ds Kämi, die Batterie am Arsch, deshalb leider kein Beweisfoto möglich! Wir warten bis nach neun Uhr, sollte die Kirche geöffnet werden, aber Pünktlichkeit….. kennen hier lange nicht alle und uns soll es recht sein!!! (Schmudi, 58 Minuten!!!!, oder so!)

so fahren wir an die Sonne und lassen die Besichtigung des Altares. Ich habe das restliche Argentinische Geld im Zelt vergessen und so muss Mario das Zelt noch einmal öffnen, wollen wir an der Grenze wechseln. Und man glaubt es kaum, die Hecktüre schliesst nicht….und das so kurz vor Bolivien, wo wir denken wäre es sicher nötig….!! WD40 und ein paar Gummeli von Tom, und es tut wieder! Glück gehabt!

La Quica – Villazon, Sonntagmorgen…….. unglaublich viele Menschen, äs Glüf über die kleine Brücke! Wir begreifen nicht ganz was wo und wann erledigt werden soll, haben aber alles fürs Auto und es fehlt noch der Stempel im Pass. Über die Brücke, Migraciones, wir warten und stehen in einer x-Meter langen Kolonne…… die Leute können kaum lesen gschwigi schreiben und Fingerabdrücke müssen sie auch noch geben. Es dauert, aber umso spannender und interessant ist es das zu sehen, und wieder sind wir stolz Schweizer zu sein. Wir müssen in die Schule, mühsam lesen und schreiben lernen, aber wir lernen auch rechnen und Sprachen etc.  

Möget är no??

 Hallo Bolivien, wir sind da. Parkieren kann man nirgends, also bewacht Mario den Landy und ich suche eine Wechselstube, wir brauchen sofort Geld, denn es gibt Strassenkontrollen mit Maud! Lustig, die Leute drängen sich rein und raus und ich stehe in der Mitte und geniesse die „andere Welt“. Ich beobachte die Wechselgeschäfte und versuche den Kurs herauszufinden, es geht aber immer blitzschnell, und ohne Quittung!! Ich versuche den Kurs herauszufinden, aber keine Chance! Im Kopf weiss ich wie viel wir wenigstens erhalten sollten, und bekomme mehr!

Die erste Zahlstation und Polizeikontrolle, wir fragen den Polizisten nach seinem Ausweis (danke Nww) und er zeigt ihn uns lächelnd. Wir hoffen nun, einen falschen von einem richtigen unterscheiden zu können…..???

Landschaftlich bleibt es gleich wie im Norden von Argentinien, ein Tal,

Berge – Hügel, Büsche, Weite und Lehmdörfer, und nicht vergessen, alles auf einer Höhe von +/- 3000 MüM! Wir sind etwas verunsichert wegen Bolivien, Sicherheit und natürlich die sichtbare Armut, und dementsprechend vorsichtig wegen den Schlafplätzen, speziell den wilden Schlafplätzen, denn wir wollen ja gesund und heil heimkommen! So fragen wir in Cotagaita auf der 24Stunden Garage, ob wir hier schlafen dürfen. Ruhig und sicher, doch haben sie kein Wasser, tja so geht man etwas weiter auf das WC!! Wir verbringen eine ruhige Nacht und beobachten die überladenen Pick-up’s und Lastwagen, Ziegenherden und ihre Hirtinnen.

Igor und Sandra, die Tankwart Familie, geben uns Tipps wegen Notenfälschungen und dass wir doch bitte in der Gegend von Oruro und La Paz vorsichtig sein sollen…..  Danke, hoffen wir auf weitere gute Erlebnisse.

Die Strasse wird super, Betonplatten, einfach zum fahren, es rollt! Wir verpassen die Peaje Station, sie pfeifen und nach, wir halten und er will 6 Bolivanos, mein Vorgänger bezahlte 2!!!  Also sagen wir, wir bezahlen nur 2 Bolivanos und erhalten die Quittung ohne ein Murren. Potosi, die Frage, bleiben wir oder fahren wir weiter nach Sucre?? Blick auf die Uhr? Wir fahren nach Sucre, und es musste so sein!

Auf der Suche nach einem leeren Taxi landen wir mitten auf der Plaza 25 Mayo, fragen eine Polizistin und hören unsere Namen……. Ohh  welche Freude, die Welschen! Simon erkannte uns von weitem und rannte mit Corinne auf uns zu, Manu sitzt in den Landy und führt uns ins Pachamama. Wir gehen mit den Sturlu’s essen und sie bleiben noch eine Nacht, wir spielen mit Alma und Simon Schach, Manu kocht Spaghetti und wir essen alle gemeinsam – tolle Menschen, wir sind glücklich, mit ihnen noch mal einige Zeit verbringen zu dürfen.

Die Rally Argentinien – Ecuador, trifft in Sucre ein. Wir sind natürlich in der ersten Reihe der Zuschauer, und das erste Auto das einfährt….sind Schweizer, LU, Gerry und Helen Leumann, mit einem Bentley Jahrgang 1926! Wir plaudern mit ihnen, interessantes Paar und wir wünschen ihnen von Herzen allzeit gute Fahrt.

Die Welsche fahren ab, erneut Tschüss sagen, und es fällt uns immer noch nicht leicht.  Que le vayan muy bien

Eigentlich könnte ich hier aufhören, aber ich habe noch die Hälfte der Seite und wir erleben hier nur Chimba,  tolle Sachen!

Im Internet chatten wir mit Anita und Roger, besuchen ihre Homepage und sehen, dass Andrea und Martin in Bolivien sind….wäre ja toll sie zu sehen! ..und auf der anderen Seite der Strasse stehen die beiden….sie laufen uns direkt in die Arme. Ach wie schön sie wieder zu sehen. Wir verbringen den Abend zusammen und haben uns viel zu erzählen, solche Erlebnisse sind einfach top. Und verabreden uns für den nächsten Tag…per E-Mail, (davon hat es genug) weil beide noch div. Sachen erledigen und es hier schwierig zu sagen ist, wie lange es dauert! Gemeinsam essen wir ein feines Mittagessen und erwarten die Ex-Camel Trophy, neu Land Rover G4 Challenge! Alles orange (hier auf der Reise unsere Farbe, Innenausbau des Landy und unsere Site). Wir fahren nicht raus, um sie zusehen und erwarten sie wieder auf dem Plaza.

Enttäuschend, sie fahren her und sonst nichts – und die Range Rover, Discoverys und Defender waren alle fast blitzblank….. Hut ab, Andrea und Martin, Pajarito gewinnt den Schweinwettbewerb…!!!

So schön die Zeit ist, sie geht vorbei und man glaubt es kaum – schon wieder Ade sagen….. wir können uns nur auf W I E D E R S E H E N  freuen!!